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Anästhesieformen

Patienteninformation
Die meisten Menschen haben immer noch grössere Angst vor der Anästhesie, als vor der Operation. Gründe dafür sind zum Teil die Angst vor dem Verlust der Selbstkontrolle, das Gefühl ausgeliefert zu sein und die Unwissenheit, was auf sie zukommt. Auch die Angst, Schmerzen zu empfinden und sich nicht wehren zu können, spielt eine Rolle.

Die Anästhesie ist ein recht junges Fachgebiet, das sich im Verlauf der letzten 50 Jahre sehr stark entwickelt hat. Die Entdeckung der Anästhesie wird dem Bostoner Zahnarzt W. Morton am 16. Oktober 1846 zugeschrieben; die Anästhesie ist somit erst zirka 150 Jahre alt. Das Wort «Anästhesie» ist griechischen Ursprungs und bedeutet übersetzt «Empfindungslosigkeit». Sie führt also eine künstliche und zeitlich begrenzte Empfindungslosigkeit herbei mit dem Ziel, einen chirurgischen Eingriff durchzuführen. Diese kann je nach Eingriff lokal, regional oder total sein. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, unsere Patienten gut aufzuklären und so auf sie einzugehen, dass ihre Angst auf ein Minimum reduziert werden kann.

Anästhesieformen
Wir unterscheiden 2 Hauptformen der Anästhesie: Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) und Regionalanästhesie (Teilnarkose). In der Regel bestimmt die Art und die Dauer der Operation, ob Sie eine Allgemeinanästhesie («Vollnarkose») bekommen müssen oder eine Regionalanästhesie bekommen können. Es hängt aber auch von Ihrem persönlichen Gesundheitszustand und ihrem Wunsch ab, welches Verfahren wir Ihnen empfehlen können oder welches bei Ihnen nicht durchgeführt werden sollte.

Bestimmte Operationen können nur in Allgemeinanästhesie durchgeführt werden:
• Viele Bauchoperationen (Gallenblasenentfernung,
   Magen-Darmoperation und Andere)
• Operationen im oder am Brustkorb (Bypassoperationen,
Operationen an der Lunge, Operationen an der Körperschlagader.  
Folgende Operationen sind für eine Regionalanästhesie sehr gut geeignet:
• Operationen an den Extremitäten (Hand, Arm, Fuss sowie Bein)
• Operationen an den grossen Gelenken (Knie, Hüfte, Schulter, Ellenbogen)
• Bypassoperationen an den Beinschlagadern
• Operationen an der Leiste (Leistenbrüche) oder am Unterleib (Blase, Prostata)  
Kombinationsanästhesien
Manchmal ist es von Vorteil, die beiden Verfahren (Voll- und Teilnarkose) zu kombinieren.
Es ist zum Beispiel möglich, bei grossen Bauchoperationen vorher einen Periduralkatheter (s. Regionalanästhesie) zu legen, über den Sie bereits während der Operation Schmerzmittel erhalten. So kann der Bedarf an anderen Anästhetika reduziert und gegebenenfalls damit die Aufwachphase verkürzt werden. Nach der Operation können Sie dann über diesen Katheter Schmerzmittel erhalten, ohne die unerwünschten systemischen Nebenwirkungen anderer Schmerzmittel (Übelkeit und Erbrechen, Magenbeschwerden) erfahren zu müssen.

Lokalanästhesien
In gewissen Fällen führt der Chirurg die Lokalanästhesie selber durch. Der Patient wird dann häufig durch die Anästhesie begleitet und betreut.