Dysplasie bedeutet Vorstufe von bösartigen Veränderungen.
In der Dysplasiesprechstunde geht es um die Früherkennung von Vorstufen bösartiger Veränderungen im Genitalbereich wie des Gebärmutterhalses (Zervix), der Scheide (Vagina) und der Schamlippen bis zum After (Vulva). Die Sprechstunde wird von Frau Dr. B. Frey Tirri (Leitung) und Frau Dr. G. Di Cienzo geführt.
Wir beurteilen die Zellveränderungen mittels Kolposkop (einer speziellen Lupe) und der Anwendung von Essiglösung und Jod. Auffällige Stellen werden biopsiert und je nach Befund sind weitere engmaschige Kontrollen angezeigt oder aber eine operative Entfernung der betroffenen Stellen.
Am Gebärmutterhals geschieht dies mittels Konisation, d.h. Ausschneiden eines kegelförmigen Gewebsstücks mit der Elektroschlinge (LLETZ) oder dem Messer. Diese Operationen führen wir meist ambulant in Lokalanästhesie oder in Narkose durch. Dysplastische Veränderungen in der Vagina und an der Vulva werden mit CO2-Laser oder Exzision behandelt. Die erste postoperative Nachkontrolle wird bei uns durchgeführt, anschliessend erfolgen die weiteren Kontrollen wieder beim Zuweiser.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung von Hautveränderungen im Genitalbereich (Pigmentflecken, Hautwarzen [Condylome]).
Zusätzlich führen wir eine HPV-Hotline (061 436 22 70), auf die Zuweiser, Patientinnen und Interessierte anrufen können und Antworten von einer Fachperson erhalten.
Spezielle Gebiete, welche in der neuen Vulva-Sprechstunde behandelt werden sind Vulvodynie und Vestibulitis (chronische Schmerzen im Bereich des äusseren Genitales) sowie gutartige Hautveränderungen wie z.B. Lichen sclerosus, Lichen planus und atopische Vulvitis. Diese Sprechstunde wird interdisziplinär mit der dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Basel geführt und findet einmal pro Monat im Bruderholz statt.
Eine weitere Spezialsprechstunde ist die „GvHD-Sprechstunde" (Graft vs. Host Disease). Dies ist eine spezielle Sprechstunde für Frauen, die nach einer allogenen Stammzelltransplantation an einer GvHD der Vulva leiden. Diese Erkrankung findet sich bei ca. 50% der stammzelltransplantierten Frauen und wird wegen der mangelnden Spezialisierung häufig erst spät erkannt.


